Zürich


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Zürich

Wenn auf dem See die Sonne brütend ruht

und kaum bewegt in schwachen Atemzügen

die Wellen leise auf und nieder wiegen

im heißen Glaste schwerer Mittagsglut:


Wie wohlig fühlst du dann die weiche Flut

geschlossnen Augs in ruhigem Genügen

sich schmeichelnd dir um Leib und Glieder schmiegen

und sänftend kühlen das erhitzte Blut.


Die Stunde steht und alle Wünsche schweigen

und lösen sich im weiten stillen Raum.

Doch öffnest du das Aug zu fernen Grenzen:


dort, wo die Himmel sich zur Erde neigen,

aus Nebelschleiern steigt ein weißer Traum,

der reinen Firne überirdisch glänzen.



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Erwin Schrödinger